Greyhoundsperre trifft "übereifrigen" Briard

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      Martina
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      Hallo zusammen,
      wir hatten vor einiger Zeit einen Zwischenfall, der mir ganz schön Angst eingejagt hat. Bambou ist mir im Wald durchgegangen und einigen Rehen hinterhergejagt… Schlimm genug! Zum Glück kam er nach einer „Ewigkeit“ von ca. 10 Minuten wieder zurück. Wer schon mal seinen jagenden Hund im Wald mit angrenzender Straße gesucht hat, weiß wahrscheinlich was in mir vorging…
      Bambou war ziemlich außer Puste – was mich zunächst nicht weiter verwundert hat – wäre ich an seiner Stelle auch gewesen…
      Wir sind direkt nach Hause gefahren. Allerdings konnte sich Bambou – obwohl er seinen Napf wie üblich geleert hat – überhaupt nicht beruhigen und – das machte mir dann schon Sorge – sich auch nicht hinlegen. Er fienste immer wieder und lief unruhig von Liegeplatz zu Liegeplatz… War das eine Zerrung? Magendrehung? Mir war das Ganze doch ziemlich suspekt und ich rief die Tierärztin an, die mir riet seinen Urin zu nehmen und direkt mit ihm in die Praxis zu kommen. Die Farbe des Urins ließ meine Sorge nicht gerade kleiner werden… Braun! In der Praxis war dann schnell klar, dass sich mein Bambou wohl innerhalb kurzer Zeit so übernommen hatte, dass seine Muskulatur total übersäuert war. Greyhoundsperre – weil das wohl oft bei Windhunden die auf der Rennbahn laufen vorkommt. Wie schlimm das ausgehen kann, darüber hat mich die Tierärztin dann aufgeklärt: Unbemerkt und unbehandelt können nicht nur irreversible Muskelschäden auftreten, weit schlimmer ist, dass die Nieren die Ausschleusung von Muskelstoffwechselabbauprodukten nicht mehr schaffen und es letztendlich zu einem akuten Nierenversagen mit Todesfolge kommen kann!
      Daher gilt der Grundsatz: spülen – spülen – spülen…. Bambou bekam zunächst eine Infusion und ein Elektrolytgetränk, das ich ihm mit einer aussortierten Radflasche eingeflösst habe. Dabei darf man nicht zimperlich sein. Die Flüssigkeit *muss* in den Hund! Zum Glück schien Bambou das auch begriffen zu haben… Bei der zweiten Untersuchung am Abend ging es ihm dann zum Glück schon wieder besser. Bei machen Hunden kann es wohl allerdings mehrere Tage dauern bis der Urin wieder in Ordnung und der Körper sozusagen entgiftet ist.
      Vielleicht hilft dieser Beitrag, dem ein oder anderen in einer ähnlichen Situation, denn ich hätte so etwas echt nicht vermutet – auch wenn es im Nachhinein betrachtet ziemlich logisch erscheint.
      Ich hoffe jedenfalls, dass keiner hier so eine Erfahrung machen muss.
      LG
      Martina

      P.S.: Wer mehr über die Greyhoundsperre (Symptome, Behandlung, Komplikationen, Differentialdiagnosen, etc.) wissen will, dem kann ich gerne ein PDF-Dokument zur Verfügung stellen, das mir die Tierärztin zur Info mitgegeben hat.

      • Dieses Thema wurde geändert vor 6 Jahre, 6 Monaten von Martina.
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